Hoffnung für Joshna

Irgendwann vor 9 oder 10 Jahren wurde Joshna geboren. Ein genaues Datum ist nicht dokumentiert, aber das ist nicht ungewöhnlich in Nepal. Kurz nach Joshnas Geburt verließ ihr Vater die Familie. Diesen Schlag hat Joshnas Mutti nie so richtig verkraftet. Sie lebte seitdem mit ihrer kleinen Tochter und der Oma in einem kleinen bescheidenen Häuschen. Leider reichte ihr Verdienst nicht aus, Joshna zur Schule zu schicken. Doch das war der größte Wunsch der Kleinen, sah sie doch die gleichaltrigen Nachbarskinder in ihren schicken Uniformen und mit Heften und Büchern jeden Morgen zur Schule laufen. Joshnas Mutti nahm jede erdenkliche Arbeit an und vor 2 Jahren wurde Joshna endlich eingeschult.

Eigentlich hätte alles so wunderbar sein können. Aber nur wenige Monate nach Joshnas Einschulung verstarb ihre Mutti. Das ist an sich schon ein schwerer Schlag, aber damit nicht genug. Kurz darauf brach das Haus, in dem nun Joshna mit ihrer Oma wohnte, zusammen und ihr ganzes Hab und Gut wurde dabei zerstört. Die beiden waren verzweifelt. Die Dorfgemeinschaft tat sich zusammen und richtete das Haus wieder notdürftig her, während in der Zwischenzeit die beiden bei Verwandten der Familie des Schuldirektors unterkamen.

Durch meinen Freund Suman erfuhr ich von diesem schrecklichen Schicksal und entschied spontan, einen Teil der damals gesammelten Spenden dafür zu verwenden, Joshnas Schulbildung erstmal für ein Jahr zu sichern und dann nach Paten zu suchen. Bereits dieses erste Jahr gab Joshna einen ungeheuren Schub und aus dem traurigen kleinen Mädchen wurde eine gute und strebsame Schülerin. Mittlerweile wird Joshna von lieben Paten unterstützt, die auch die finanziellen Mittel für den gestrigen Wintereinkauf bereitgestellt haben.

Das war eine Überraschung, als ich gestern die beiden in ihrem Zuhause besuchte. Joshna hat sich riesig über den Teddy und den Brief ihrer Paten gefreut. Die Oma war ganz gerührt und bot uns leckeren Milchtee an. Sie bemüht sich sehr, ihr bescheidenes Heim vor allem für Joshna gemütlich zu gestalten. Aber dies täuscht jedoch nicht über die baulichen Mängel hinweg. Das Bett, in dem die beiden schlafen, steht in der einzigen Ecke, wo das Dach darüber halbwegs dicht ist. Die dünnen Wellbleche sind zudem auch keine winterfeste Variante. Überall hat die Oma Pressholzplatten zwischen Balken und Blech geschoben, um dem zugigen Wind und Regen Paroli zu bieten. Wir werden das mit Suman im Auge behalten und versuchen, eine Lösung zu finden,

Der Höhepunkt war natürlich für Joshna der gemeinsame Einkaufsbummel. Sie ist im letzten Jahr ziemlich gewachsen, so dass sie neue Winterkleidung braucht. Und die Oma hatte keine Strickjacke mehr. Es war schon stockdunkel, als wir vollbepackt die kleine Hütte erreichten und Joshna ihrer Oma die neuen Sachen vorführen konnte. Dieses Spektakel ließen sich die Nachbarn natürlich nicht entgehen und so drängten sich die Zuschauer in der Hütte und vor dem Fenster.

Liebe Tina, liebe Rita, wie gern hätte ich euch mit dabei gehabt, damit ihr die Freude und Dankbarkeit der kleinen Familie miterleben könnt. Sie lassen Euch herzlichst grüßen und danken Euch aus tiefstem Herzen!

… hier könnt ihr nachvollziehen, was wir alles eingekauft haben:

Schuhe 1800 Rs. / Sweater 1200 Rs. / Hosen 800 Rs. / Socken 500 Rs. / Anorak 1700 Rs. / Strickjacke f. Oma 1400 Rs. / Schultertuch f.Oma 600 Rs. / Teddybär 500 Rs.

Macht alles zusammen – 8500 Rupien (ca. 80,-€)!

Die strahlenden Kinderaugen – unbezahlbar!!!!

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