„Etwas zu beginnen erfordert Mut, etwas zu beenden noch mehr.“ (Anke Maggauer-Kirsche)
Als ich im Jahr 2012 zum ersten Mal nach Nepal reiste, ahnte ich nicht, was dieses faszinierende Land alles für mich bereithalten würde.
Mir war bewusst, dass ich auf dieser Reise neben atemberaubender Natur auch viel Leid sehen werde. Dass es jedoch so schlimm wird, damit hatte ich nicht gerechnet. Als ich sah, dass unter den Lastenträgern auch Kinder waren, die diese schwere Arbeit verrichteten, konnte ich meine Tränen nicht mehr zurückhalten. An diesem Punkt stand für mich fest, dass ich mich für diese Menschen, insbesondere die Kinder, engagieren werde. Ich suchte nach Wegen, um ihnen zu helfen.
So lebte ich bereits kurze Zeit später für 3 Monate in einem Waisenhaus in der Nähe von Kathmandu. Diese Erfahrung hat mein Leben nicht nur nachhaltig verändert, sondern vor allem bereichert.
Wo Licht ist, ist aber auch Schatten. Ich musste erleben, dass Spendengelder in Kanäle flossen, für die sie nicht vorgesehen waren. Nachdem ich die Verantwortlichen zur Rede gestellt habe, wurde ich von der Gemeinschaft ausgeschlossen. Das zeigte mir, dass ich wohl in ein Wespennest gestochen habe…
Aber so schnell gebe ich nicht auf! Ermutigt durch Freunde und Bekannte gründete ich ein eigenes Hilfsprojekt – Hope for Nepal. Dabei war es mir besonders wichtig, Hilfe zur Selbsthilfe zu leisten und den Menschen ihre Würde zu bewahren.
Insgesamt unternahm ich acht Reisen nach Nepal und habe längere Zeit als Teil einer Dorfgemeinschaft gelebt. Dabei bekam ich tiefe Einblicke in die Kultur und die sozialen Strukturen des Landes. Das ermöglichte mir, umsichtige Entscheidungen zu treffen und die Hilfe genau dort zu platzieren, wo sie gebraucht wird.
Um auf mein Projekt aufmerksam zu machen, besuchte ich Schulen und Vereine und hielt öffentliche Charity-Vorträge über meine soziale Arbeit auf dem Dach der Welt. Die dadurch erzielten Einnahmen überwies ich ungekürzt nach Nepal. Sämtliche Reise- und damit verbundene Kosten bezahlte ich aus eigener Tasche. Meine Erfahrungen mit namhaften Organisationen haben mir gezeigt, dass dies bei Weitem nicht selbstverständlich ist.
Alles hat seine Zeit – Zum Ende des Jahres 2025 habe ich meine Aktivitäten für Nepal eingestellt. Voller Demut, Dankbarkeit und auch mit etwas Stolz blicke ich auf eine anspruchsvolle Zeit zurück, die geprägt war durch Höhen und Tiefen, Hoffnung und Verzweiflung, Motivation und Selbstzweifel, aber auch durch berührende Begegnungen und intensive Grenzerfahrungen. In dieser Zeit bin ich nicht nur innerlich gewachsen, ich wurde auch beschenkt mit ehrlicher Zuneigung, Respekt und einem innigen Glücksgefühl.
In den 12 Jahren kamen insgesamt
75.000 Euro
an Spenden zusammen, mit denen sehr viel Gutes getan werden konnte.
- So konnten für 25 Kinder die Schulgebühren übernommen und notwendiges Schulmaterial angeschafft werden
- Zwei Waisenhäuser wurden mit technischem Equipment, Nahrungsmitteln und Kleidung unterstützt
- Ein großer Teil der Spenden floss in die Erdbebenhilfe, sowohl für die akute Hilfe direkt nach dem Beben als auch für den Wiederaufbau
- Ein Krankenhaus, das sich um die Ärmsten kümmert und ihnen medizinische Hilfe anbietet, wurde regelmäßig mit Spenden bedacht
- Ein Teil der Spenden wurde für die individuelle Soforthilfe nach familiären Notfällen eingesetzt
All das wäre nicht möglich gewesen ohne die großzügigen Spenden, die Übernahme von Patenschaften und die vertrauensvolle Zusammenarbeit mit Freunden in Deutschland und Nepal.
Von ganzem Herzen sage ich
DANKE und DHAANYABAAD
- an alle Spender und Paten für die regelmäßigen und großherzigen Spenden
- dem Eine Welt Verein e.V. in Schirgiswalde, der meinem Projekt die rechtliche Grundlage geboten und mir bürokratischen Rückhalt gegeben hat
- an meine Nepalfreundin Corinna, die mich in den letzten Jahren in Nepal vertreten und stets ein waches Auge auf die Spendenverwendung vor Ort gehabt hat
- an unsere Freunde Suman, Sabin und Tashi, die den Kontakt zu den Patenkindern aufrechtgehalten und die ihnen anvertrauten Gelder ordnungsgemäß verwaltet haben
- an unseren Freund Samrat und sein Team für die medizinische Betreuung der Bedürftigen und die vorbildliche Dokumentation der Spendenverwendung
- an meinen Sohn Tony für die mediale Unterstützung
- an Familie, Freunde und Bekannte, die an mein Projekt geglaubt und mir den Rücken gestärkt haben
Auch wenn ich mein Projekt in Nepal beendet habe, so wird es in den Herzen der Menschen vor Ort weiterleben und durch die erfolgreichen Schulabschlüsse unserer Patenkinder Früchte tragen.
Nepal wird immer meine Herzensheimat bleiben.
