Laufen mit Herz

Wo schlafen die Kinder in Nepal nach dem Erdbeben? Mit wem spielt denn die Kumari? Kann man Bienen wirklich essen? Diese und noch viel mehr Fragen hatten die Kinder der Evangelischen Grundschule in Gaußig, als ich am letzten Freitag bei ihnen zu Besuch war.

Kurz nach 8 betraten die Kinder der ersten Klasse den wunderschönen Gemeinschaftsraum des Hortes, wo ich schon verschiede Dinge aus Nepal ausgelegt hatte. Eine Kette mit Gebetsfahnen, ein Thangka-Gemälde, die ganz besonders geformte nepalesische Flagge, aber auch mein traditionelles Gewand –die Kurta- weckten das besondere Interesse der Kinder.

Nach dem Begrüßungsritual, wobei ich einem Mädchen stellvertretend für alle eine weiße Kata um den Hals legte, lud ich die Kinder ein, ganz in nepalesischer Manier auf den Fußboden Platz zu nehmen. Gespannt lauschten die Kinder den Geschichten aus Nepal, während auf der Leinwand die passenden Bilder zu sehen waren. Ich erzählte ihnen von meinen Erlebnissen in einem Waisenhaus, vom harten Leben der Kinder in den Bergen, von abenteuerlichen Schulwegen, dem Alltag in der Familie und in verschiedenen Schulen. Besonders fasziniert waren die Kinder, als ich von der Kumari, der lebenden Mädchengöttin, berichtete. Die Schulstunde verging wirklich wie im Flug. Ich konnte gar nicht auf alle Fragen eingehen, da die nächste Klasse bereits vor der Tür wartete.

Fünfmal hintereinander hielt ich diesen kleinen Vortrag in den verschiedenen Klassenstufen. Jeweils zum Ende zeigte ich den Kindern noch ein paar Bilder von der Aankura Schule in Dolakha. Und dies aus einem wunderbaren Grund!

Dem Nepal-Projekt-Tag ist nämlich am Dienstag eine ganz tolle Aktion vorausgegangen. Wie bereits einige Jahre zuvor fand auch dieses Jahr ein Spendenlauf im Gaußiger Park statt. Die Kinder hatten im Vorfeld mit Eltern oder Sponsoren einen Betrag ausgehandelt, der pro gelaufener Runde gespendet werden soll. Was meint ihr, wie sich die Mädels und Jungs angestrengt haben, damit am Ende des Events so viel Runden wie möglich auf der Laufkarte bestätigt werden konnten.

Und genau diese Spenden sollen dazu beitragen, die vom Erdbeben komplett zerstörte Aankura Schule wieder aufzubauen. Dazu habe ich den Kindern eine kleine Mappe mit Bildern dieser Schule überreicht, die sie immer wieder durch neue Mails und Fotos ergänzen können.

Dieses großartige Engagement der Kinder, ihre Offenheit und ihr Mitgefühl sowie ihr Interesse an einer fremden Kultur haben mich unglaublich berührt und mit Dankbarkeit erfüllt.

Die vielen Fragen, die auch im Nachgang zu dem Vortrag bei den Kindern entstanden sind, möchte ich natürlich nicht unbeantwortet lassen. Die einzelnen Klassenlehrer werden diese sammeln, damit ich daraus einen neuen Vortrag für den nächsten Projekttag basteln kann. Darauf freue ich mich jetzt schon sehr!

Von ganzem Herzen danke ich den vielen fleißigen Läufern für ihre Anstrengung, der Schulleiterin Frau Garten für die Organisation dieser großartigen Aktion sowie allen Eltern und Sponsoren für die großzügigen Spenden. VIELEN DANK!!!

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